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Liechtblick im September 2026 - Kornelkirsche

Kornelkirsche

Wachsen beginnt im Stillen
Gedanken und kleine Alltagsimpulse aus unserer Landschaft im September.

Wenn die Kornelkirschen dunkelrot werden.

Im September verändert sich die Landschaft langsam. Die Tage können noch wunderbar warm sein, aber am Morgen liegt bereits eine andere Kühle in der Luft. Das Licht wird weicher und an den Waldrändern beginnt die Zeit der Früchte.

Eine davon ist die Kornelkirsche.

Ihre roten Früchte fallen sofort auf. Sie hängen zwischen den grünen Blättern und erinnern auf den ersten Blick tatsächlich ein wenig an kleine Kirschen. Mit unserer Kirsche ist die Kornelkirsche allerdings nicht verwandt. Sie gehört zu den Hartriegelgewächsen und wächst als grosser Strauch oder kleiner Baum.

Ich mag sie besonders, wenn die Früchte richtig reif werden.

Am Anfang sind sie leuchtend rot, fest und ziemlich sauer. Probiert man sie zu früh, weiss man sofort, dass sie noch Zeit braucht. Der Mund zieht sich zusammen und von Genuss kann noch nicht wirklich die Rede sein.

Ein paar Wochen später sieht das ganz anders aus. Die Früchte werden dunkelrot, manchmal fast weinrot. Sie werden weich und lösen sich leicht vom Zweig. Jetzt verändert sich auch ihr Geschmack. Die Säure bleibt, aber sie bekommt eine angenehme Süsse und ein kräftiges, fruchtiges Aroma.

Für mich gehört genau dieser Geschmack zum beginnenden Herbst. Spannend finde ich auch, wie früh das Jahr der Kornelkirsche eigentlich beginnt. Lange bevor sie im September ihre roten Früchte trägt, gehört sie zu den ersten Gehölzen, die bei uns blühen. Ihre kleinen gelben Blüten öffnen sich teilweise schon im Februar oder März und bieten frühen Insekten Nahrung, wenn sonst noch wenig blüht.

Monate später stehen wir vor demselben Strauch und ernten seine Früchte.

Die Kornelkirsche wurde früher viel selbstverständlicher genutzt als heute. Ihre Früchte enthalten unter anderem Vitamin C und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Sie wurden zu Mus, Kompott, Saft und Konfitüre verarbeitet. Heute kennen viele Menschen die Pflanze eher als Strauch aus Hecken und Gärten und wissen gar nicht mehr, was sich mit ihren Früchten anfangen lässt.

Es gibt in unserer Landschaft noch so vieles zu entdecken, ohne dass wir dafür etwas Neues anpflanzen oder von weit her holen müssen. Bei der Kornelkirsche lohnt sich vor allem eines: Warten, bis sie wirklich reif ist. In diesem heissen und trockenen Jahr reift sie sehr schnell. Manche Früchte fallen bereits von selbst herunter. Man kann auch ein Tuch unter dem Strauch ausbreiten und die reifen Früchte vorsichtig abschütteln. Und dann geht es damit in die Küche.

Aus Kornelkirschen entsteht eine wunderbar säuerliche Konfitüre. Ich mag diese Säure, weil sie nicht einfach nur süss schmeckt und gerade zu Käse oder einem kräftigen Brot sehr gut passt. Mit euch teile ich jedoch sehr gern das ausgezeichnete Rezept für einen Kornelkirschen – Chutney!

Sandra Neff

Kornelkirschen – Chutney

Kornelkirschen-Chutney isst man als säuerlich-würzig, fruchtige Beilage zu herzhaften Speisen. Durch den herbstlich-herben und sauren Eigengeschmack der Kornelkirsche harmoniert das eingekochte Chutney besonders gut mit kräftigen Aromen.

Wozu es passt

  • Wild- und Fleischgerichte: Hervorragend zu Braten von Reh, Hirsch, Lamm oder Rind.
  • Käseplatten: Ein Löffel zum gereiften Hartkäse, Ziegenkäse oder Blauschimmelkäse bildet einen tollen Kontrast.
  • Vegetarische Gerichte: Als Würzkomponente zu Gemüsetartes, Kartoffelpuffer oder asiatischen Reisgerichten.
  • Zum Grillen: Als pikanter Dip für Grillkäse (wie Halloumi) oder pflanzliche Burger.

Rezept:

500 g Kornelkirschen

180 g Zwiebeln

125 g Apfelmus

120 ml Olivenöl

75 g Rohzucker

½ El Meersalz

1 Messerspitze Nelkenpulver

Etwas Pfeffer

25 g Apfelpektin

Vorgehensweise: Kornelkirschen mit feingehackten Zwiebeln und Äpfeln im Olivenöl anziehen und mit dem Essig ablöschen. Anschliessend alle übrigen Zutaten dazugeben und unter Rühren ca. 30 – 60 Minuten einkochen lassen. In heisse, saubere Gläser abfüllen und bei 90°C im Steamer 30min sterilisieren.

Das Chutney ist 2 Jahre haltbar.