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Liechtblick im Mai 2026 - Giersch

Giersch mit grünen Blättern und weissen Blüten als Sinnbild für nahe Kraft und natürliche Fülle

Der Giersch

Gedanken und kleine Alltagsimpulse aus unserer Landschaft im Mai


Manchmal liegt genau das, was uns stärkt, direkt vor unseren Füssen. Der Mai ist für mich genau diese Zeit. Die Fülle ist da. Alles wächst, alles wird dichter. Und wenn ich im Mai durch den Garten gehe, am Waldrand laufe, sehe ich ihn überall.

Den Giersch.

Viele beginnen jetzt, ihn konsequent zu entfernen. Ich verstehe das. Er ist schnell, ausdauernd und kommt immer wieder. Während ihn andere ausreissen, fange ich an zu sammeln.

Die jungen Blätter sind jetzt am zartesten. Hellgrün, weich und voller Saft. Wenn ich sie zwischen den Fingern reibe, steigt sofort dieser frische, leicht kräuterige Duft auf. Nicht aufdringlich, eher still und klar.

Und genau so wirkt er auch im Körper.

Giersch ist eine der Pflanzen, die im Frühjahr genau das liefern, was nach den Wintermonaten oft fehlt. Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen, dazu Vitamin C und eine feine Bitterkeit, die den Stoffwechsel anregt. Er bringt also Bewegung ins System!

Verdauung, Nieren, Gelenke, alles wird sanft unterstützt. Gerade wenn sich etwas angestaut hat oder schwer geworden ist, kann Giersch helfen, wieder mehr Leichtigkeit hineinzubringen. Die Mineralien im Giersch neutralisieren die Harnsäure und können so nicht nur Gicht, sondern auch Gelenkschmerzen und andere Beschwerden mildern. Im Salat, im Smoothie, kurz untergemischt in warme Gerichte. Er verliert schnell an Kraft, wenn er lange gekocht wird. Deshalb mag ich ihn am liebsten roh oder nur ganz leicht erwärmt.

So bleibt das Lebendige erhalten.

Was mich jedes Jahr wieder berührt, ist diese Selbstverständlichkeit, mit der er da ist. Ohne Pflege, ohne besonderen Platz. Und gleichzeitig so nährend. Es braucht nicht immer das Exotische. Das Gute wächst bei uns und ist ganz nah. Und es zeigt sich in Hülle und Fülle!

Impuls für diesen Monat:

Wenn du Giersch in deiner Umgebung findest, nimm dir einen Moment Zeit.

Such dir ein paar junge Blätter.
Nimm sie bewusst wahr.
Riech daran.

Und wenn es sich für dich stimmig anfühlt, probiere ihn. Vielleicht erst ein kleines Stück vom Blatt. Spüre, wie es schmeckt. Frisch. Grün. Lebendig. Und dann beobachte, was in dir passiert. Nicht im Kopf, sondern im Körper.

Der Giersch erinnert mich daran, dass das, was uns stärkt, oft schon lange da ist.

Still gewachsen, übersehen, und genau im richtigen Moment bereit.

Wichtig: Die Wurzeln vom Giersch sollten nicht gegessen werden!

Rezepte mit Giersch

Rührei mit Giersch (1 Portion)

Bereite dir eine hochwertige Mahlzeit zu. Dafür brauchst du:

  • 2 Eier
  • 2 EL gehackter Giersch
  • Salz & Pfeffer

Die Eier mit der Gabel verquirlen. Den Giersch darunter rühren, mit Salz und Pfeffer würzen. In wenig Bratfett in die heisse Pfanne giessen und rühren, bis das Ei gestockt ist.


Reissalat mit Giersch (4 Portionen)

Ein schmackhafter Salat mit Frühlingskraft!

  • 125 g Reis (Tip: Vollkornreis am Vorabend einweichen, Kochlänge reduziert sich sehr)
  • 2 Handvoll Giersch
  • 1 Handvoll Kräuter nach Wahl: z.B. Löwenzahnblüten, Gänseblümchenköpfe, Knoblauchrauke, Schnittlauch, Petersilie….
  • 2-3 Essiggurken
  • 1-2 Karotten
  • 1 Frühlingszwiebel
  • Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Senf

Koche den Reis und gib ihn noch warm in eine Schüssel. Bereite die Sauce zu und mische sie direkt unter den Reis, damit er das Aroma aufnehmen kann. Schneide nun Essiggurken, Frühlingszwiebel, Karotten klein und vermische alles sorgfältig. Schneide den Giersch und die Kräuter klein und menge sie ebenfalls unter den Salat. Schmecke nochmals ab und verziere mit gezupften Löwenzahn- oder Gänseblümchenblüten. En Guete!